Kompetenztraining für arbeitslose Frauen

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Nordmazedonien hat eine der schwächsten Volkswirtschaften Europas. Zudem kämpft das Land mit hohen Arbeitslosenzahlen und großer Armut, darum bietet unsere Partnerorganisation ein Training für arbeitslose Frauen an.

In der Hauptstadt Skopje befindet sich eine Enklave von Albanern mit einer Arbeitslosenquote von 46 Prozent und die Frauen sind hier besonders betroffen: 90 Prozent sind ohne Arbeit. Dies ist auf die sozialen Verpflichtungen und die Ungleichheit zwischen den Geschlechtern zurückzuführen. Insbesondere die Qualifikationslücke zwischen nicht vorhandener Ausbildung und Anforderungen der wenig freien Arbeitsplätze tragen zur niedrigen Erwerbsquote bei den Frauen bei.

Arbeitslose Frauen ausbilden

Darum möchten die Mitarbeiter unserer Partnerorganisation Operation Mercy mit ihrem S.T.E.P.-Programm den albanischen Frauen eine Hilfe für den Berufseinstieg geben. „S.T.E.P.” steht für „Skill Training, Empowerment, Practise“ und bietet Schulungsmodule in den Bereichen Business Skills (Management, Marketing, Startup-Kenntnisse), Lebenskompetenzen (Begabungen, Konfliktlösungen etc.) und Berufsausbildung (Nähen, Friseur, Kosmetik).

Im Training für arbeitslose Frauen werden die Teilnehmerinnen so lange psychosozial unterstützt, bis sie die Beschäftigungsfähigkeit erreicht haben oder ein kleines Unternehmen führen.

Frau erhählt Training und Schulung

So ist die Zielgruppe des 10 Monate dauernden Programms sind albanische Frauen im Alter von über 20 Jahren und aus untersten sozialen Bevölkerungsschichten.

Im Rückblick auf das Jahr 2021 kann das Team von Operation Mercy also den „Fußabdruck” der ersten S.T.E.P-Klasse sehen, die im Sommer ihren Abschluss gemacht hatte. Mehrere der Frauen haben eine Beschäftigung in verschiedenen Bereichen aufgenommen. Drei von ihnen haben begonnen, Haare zu stylen und zu schneiden, während eine andere ein Geschäft für Tortendekoration eröffnet hat. Andere haben von zu Hause aus genäht, und wieder eine andere hat sich unserem Team als Coach angeschlossen.

Aber über den Aufbau von Kapazitäten hinaus wurden viele Frauen tief berührt. Denn die Frauen kamen aus verschiedenen Gründen, so kamen einige, weil sie kürzlich ein Trauma oder einen Verlust erlitten hatten und andere Frauen erschienen mit wenig Selbstvertrauen, familiären Problemen sowie einfach mit der Bereitschaft, es zu versuchen und herauszufinden, ob das Leben besser werden könnte. Außerdem kamen wieder andere nur mit einem Traum, den sie nie verwirklichen konnten. Darum sind die Mitarbeiter sind stolz darauf, an den Veränderungen und der Hoffnung im Leben der S.T.E.P.-Teilnehmer mitgewirkt zu haben, und freuen sich auf große Dinge im Jahr 2022.

Veränderung durch das S.T.E.P.-Programm

Edmira hat erlebt, wie das S.T.E.P.-Programm ihr Leben verändert hat und ihre neue Hoffnung gibt. Wenn im albanischen Viertel von Skopje ein Ehemann stirbt oder sich scheiden lässt, ist das Leben für viele Frauen im Ghetto zu Ende. So erging es auch Edmira nach dem tragischen Tod ihres Mannes. Ihre Situation verschlimmerte sich noch, als ihr Vater, der einzige Halt und eine Stütze in ihrem Leben, an einem agressiven Krebs erkrankte und bald starb.

Frau beim Training als FrisöseEdmira hatte jedoch eine Gabe. Sie hatte zwar keine Ausbildung aber arbeitete privat im Friseur- und Make-up-Bereich. Durch eine Präsentation in einer lokalen Schule hatte sie vom S.T.E.P.-Projekt erfahren.

Daraufhin entschied sich Edmira an dem Programm teilzunehmen und ist in ihrem gewählten Ausbildungsbereich, dem Friseurhandwerk, regelrecht aufgeblüht. Sie hat sogar von der Ausbildungsschule – die zu den renommierten Friseurschulen der Region gehört – besondere Rückmeldungen und Belobigungen erhalten. So wurde ihr Selbstvertrauen gestärkt und sie belegte auch den Make-up-Kurs.
Edmira sieht heute ganz anders aus als bei ihrem ersten Interview, als die Schatten in ihrem Gesicht lagen. Trotz aller Widrigkeiten befindet sie sich nun auf dem Weg, ihre finanziellen Möglichkeiten zu erweitern.

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